Experience Studio
Im Experience Studio werden Katalog, Preise und Kundenmodell zu etwas, das ein Mensch ansehen kann. Sites, Themes, Seiten, Medien, Formulare und die Transaktionsmails, die dazugehören. Wenn das Commerce Studio beantwortet, was gilt, beantwortet das Experience Studio, was ein Kunde sieht — und im B2B ist das selten dasselbe, weil die halbe Wahrheit erst nach dem Login sichtbar wird.
/experience, in vier Sidebar-Abschnitten: Dashboard, Surfaces, Build und Extend and Develop.Was hier liegt
Sites sind die deploybaren Storefronts. Eine Site ist ein laufendes Frontend, verbunden mit den Daten Ihres Mandanten — der Standard-Nuxt-Storefront, ein Theme darauf, oder Ihr eigener Build gegen die APIs. Sie können mehrere betreiben: ein Hauptshop, ein Ersatzteilshop mit anderer Navigation und eine Site je Markt sind drei übliche Formen. Jede Site entscheidet, aus welchem Markt und Kanal sie liest — so bedient ein Katalog mehrere Zielgruppen, ohne dass ein einziger Artikel doppelt gepflegt wird.
Domains verbinden eine Site mit einem Hostnamen. shop.example.de oder ersatzteile.example.de, das Zertifikat übernimmt die Plattform. Eine Site ohne Domain ist erreichbar, aber nicht Ihre; eine Domain ohne Site zeigt ins Leere. Beide Hälften müssen existieren, bevor ein Launch echt ist.
Themes tragen das Aussehen: Typografie, Farbe, Abstände, Komponenten. Sie installieren eines aus dem Theme Marketplace oder bauen ein eigenes. Die wichtige Grenze: Ein Theme gestaltet den Shop — es entscheidet nicht, was auf einer Seite steht.
Seiten und Blöcke entscheiden das. Eine Seite wird aus Blöcken zusammengesetzt: Hero, Produktraster, Text, Kontaktformular, Downloads. Blöcke sind der Grund, warum eine Produktmanagerin die Landingpage an einem Dienstag ändern kann, ohne Release. Seiten führen Entwürfe — die Version, die Sie bearbeiten, ist nicht die, die ein Kunde sieht, bis Sie veröffentlichen.
Mediathek ist die eigene Dateibibliothek des Storefronts — das Header-Bild, die Firmenbroschüre, die AGB als PDF. Beachten Sie den Unterschied zu den Assets im Commerce Studio: Ein Produktdatenblatt, das zu Artikel 4711-A gehört, ist ein Katalog-Asset und lebt beim Produkt. Eine Broschüre, die zur Site gehört, lebt hier. Dokumente ist etwas anderes: die kommende Dokument-Engine für Rechnungen und Lieferscheine, heute sichtbar als Vorschau mit deaktivierten Bedienelementen.
Formulare sammeln, was der Shop nicht direkt verkaufen kann: eine Kontaktanfrage, einen Rückruf, eine Musterbestellung, eine Registrierung. Jedes Formular hat Felder, einen Status und eine Anfragenliste zum Abarbeiten. Im deutschen B2B kommt ein großer Teil der echten Nachfrage weiterhin auf diesem Weg — von Kunden, die hinterher ohnehin anrufen.
Nachrichten ist die Transaktionsmail: Bestellbestätigung, Versandhinweis, Passwort-Reset, Freigabe-Anfrage. Das sind Vorlagen, die Layouts darum, ein Zustellprotokoll, eine Sperrliste und die Konfiguration des Versand-Providers. Kein Newsletter-Werkzeug — es sind die Mails, die Ihre Commerce-Prozesse erzeugen, und wenn sie ausbleiben, nehmen Kunden an, die Bestellung sei nie angekommen.
Storefront-Oberflächen aus den neuen Apps
Seiten und Blöcke sind nicht alles, womit ein Kunde interagiert. Vier weitere Oberflächen rendern im Storefront, werden anderswo konfiguriert und sind in diesem Help Center in ihrem 12-Monats-Stand dokumentiert — das Verhalten ist beschrieben, die Apps dahinter liegen heute nicht auf Ihrem Mandanten.
| Oberfläche | Was der Kunde tut | Status | Dokumentiert in |
|---|---|---|---|
| Such-UI | Tippt eine Artikelnummer, eine Herstellernummer oder eine halbe Beschreibung ins Suchfeld und filtert mit Facetten. Für die meisten B2B-Einkäufer ist das der Einstieg, nicht der Kategoriebaum. | Geplant — dokumentiert im 12-Monats-Stand | Wie die Suche funktioniert · Autocomplete und Vorschläge |
| Konfigurator-UI | Spezifiziert ein Produkt, das ohne Spezifikation keinen Preis hat — Länge, Material, Anschluss — oder arbeitet sich von einer Maschine und einer Explosionszeichnung zu dem einen Teil vor, das kaputt ist. | Geplant — dokumentiert im 12-Monats-Stand | Konfigurieren und bestellen · Ersatzteil finden |
| Angebotsanfrage | Fragt einen Preis an, statt zu einem zu kaufen: eine Anfrage von der Produktseite oder für den ganzen Warenkorb, die im Innendienst als zu erstellendes Angebot ankommt. | Geplant — dokumentiert im 12-Monats-Stand | Angebotsanfrage bearbeiten |
| Freigabe-Einreichung | Reicht einen Warenkorb bei den eigenen Einkaufsregeln ein, statt zu bestellen — Kostenstelle, Budget, Freigeber — und wartet. Was der Kunde danach sieht, ist eine Anfrage, keine Bestätigung. | Geplant — dokumentiert im 12-Monats-Stand | Zur Freigabe einreichen |
Alle vier folgen der Regel unten, die letzte am härtesten: Ein Freigabe-Ablauf rendert nur für einen Kontakt, dessen Organisation Kostenstellen und Regeln konfiguriert hat, und ein Angebots-Button erscheint nur für Kunden, die anfragen dürfen. Der Storefront ist die Oberfläche. Die Regeln liegen im Commerce Studio.
Die eine Idee, die das Studio zusammenhält: Was rendert, hängt davon ab, wer hinschaut. Anonymer Besucher, eingeloggter Kontakt, Kontakt mit Freigaberolle — drei verschiedene Seiten aus demselben Inhalt, weil die Sichtbarkeit von Preisen, Beständen und Bestellhistorie am Kundenmodell im Commerce Studio hängt.
Die Bildschirme
| Bildschirm | Pfad | Was er tut | Dokumentiert in |
|---|---|---|---|
| Dashboard | /experience/dashboard | Traffic- und Build-Kennzahlen plus Abkürzungen in jeden Bereich. | Dashboard |
| Surfaces › Domains | /experience/domains | Hostnamen, DNS-Status und was jeder ausliefert. | Domains · Guide |
| Surfaces › Seiten | /experience/pages | Die Seitenliste, mit Entwürfen und Veröffentlichung. | Seiten · Guide |
| Surfaces › Mediathek | /experience/media | Die Bild- und Dateibibliothek der Site. | Mediathek |
| Surfaces › Dokumente | /experience/documents | Dokumentvorlagen (Rechnung, Lieferschein) — eine Vorschau, Bedienelemente deaktiviert. | Dokumente |
| Build › Formulare | /experience/forms | Formulardefinitionen und ihre Anfragen. | Formulare · Guide |
| Build › Nachrichten | /experience/messaging | Transaktionsmail: Vorlagen, Layouts, Zustellungen, Sperrliste, Provider, Audit und Healthcheck. | Nachrichten · Guide |
| Extend and Develop › Marketplace | /experience/theme-marketplace | Storefront-Themes ansehen und installieren. | Themes · Guide |
| Extend and Develop › Installierte Themes | /experience/themes | Die Themes auf Ihrem Mandanten und wo jedes live ist. | Themes · Guide |
| Extend and Develop › Sites | /experience/sites | Storefronts anlegen, konfigurieren und deployen. | Sites · Guide |
| Extend and Develop › API & SDK | /experience/api | Referenz für den Bau eines eigenen Frontends. | API & SDK · Developer Portal |
Formularanfragen haben keinen eigenen Sidebar-Eintrag — sie kommen auf dem Tab Formularanfragen des Formulare-Bildschirms an.
Häufige Aufgaben
- Storefront anlegen — die Site selbst, bevor etwas sichtbar ist.
- Themes und Branding — damit der Shop nach Ihrer Firma aussieht statt nach Demo.
- Domain verbinden — der Schritt, der aus einer Vorschau einen Shop macht.
- Seiten bearbeiten — Landingpage, Kategorieseite, Über-uns.
- Formulare und Transaktionsmail — Kontaktformulare herein, Bestellbestätigungen hinaus.
- Storefront-Checks vor dem Launch — die Liste, die man zweimal durchgeht.
Was für dieses Studio geplant ist
Die eigenen Bildschirme des Studios — Sites, Domains, Seiten, Themes, Formulare, Nachrichten — ändern sich nicht. Was sich ändert, ist, was eine Seite enthalten kann.
Vier neue Oberflächen kommen aus Apps, die anderswo konfiguriert werden: die Such-UI mit Facetten und Autocomplete, der Konfigurator und Ersatzteilfinder, die Angebotsanfrage, die „In den Warenkorb" für individuell bepreiste Ware ersetzt, und die Freigabe-Einreichung, die aus einem Checkout eine Anfrage macht. Jede ist im 12-Monats-Stand dokumentiert: Das Verhalten steht hier, die App dahinter ist noch nicht installierbar.
Zwei Konsequenzen lohnen die Planung heute. Erstens: Ihr Storefront hat dann nicht mehr einen Checkout. Ein Kunde mit Freigaberegel, ein Kunde mit Angebotsanfrage und ein Kunde, der einen gelisteten Artikel bestellt, nehmen drei verschiedene Wege aus demselben Warenkorb — und die Bestätigung ist jeweils eine andere Nachricht, was das genauso zu einer Nachrichten-Frage macht wie zu einer Seitenfrage. Zweitens: Die Suche rückt in die Mitte. Wenn die Such-UI kommt, ist der Kategoriebaum für die meisten Einkäufer nicht mehr der Hauptweg in den Katalog, und die Landingpage, an der Sie eine Woche gearbeitet haben, sehen weniger Menschen als das Suchfeld daneben.
Nichts an Ihrer heutigen Site geht dabei kaputt. Neue Oberflächen kommen auf Seiten dazu; sie ersetzen sie nicht.
Wie es mit den anderen Studios zusammenhängt
Das Commerce Studio besitzt die Daten, dieses Studio die Darstellung. Wenn ein Produkt im Shop falsch aussieht, klären Sie zuerst, auf welcher Seite der Fehler liegt. Ein fehlender technischer Wert ist ein Katalogproblem — das Attribut ist leer oder nicht auf diesen Kanal gescoped. Ein Wert, der im Cockpit existiert und auf der Seite nie erscheint, ist ein Template-Problem. Produkt im Shop nicht sichtbar geht die ganze Kette durch.
Preise entstehen im Commerce Studio, die Anzeige entscheidet sich hier. Ob ein Besucher einen Nettopreis, einen Bruttopreis, „Für Ihren Preis anmelden" oder gar nichts sieht, ist eine Storefront-Entscheidung über dem aufgelösten Preis. Ein Preis, der in Preis prüfen stimmt und im Shop falsch ist, ist fast immer eine Anzeige- oder Login-Frage.
Märkte und Kanäle kommen aus dem Commerce Studio. Eine Site liest einen Markt und einen Kanal. Eine Sprache oder ein Land dazuzunehmen ist eine Änderung in Sprachen und Märkte, auf die dann beide Studios reagieren.
Das Integration Studio liefert Mail und Leads. Nachrichten versendet über einen konfigurierten Provider, und Formularanfragen werden typischerweise von einem Workflow ins CRM weitergereicht, statt für immer von Hand abgearbeitet zu werden.
Sie bauen auf diesem Studio?
Wenn Sie Code dagegen schreiben, statt darin zu arbeiten: Das Developer Portal dokumentiert dasselbe Studio für Entwickler — APIs, SDKs und Erweiterungspunkte.