Wie die Teile zusammenpassen
Durch die ganze Plattform läuft eine einzige Kette. Wer sie sieht, findet fast jede Aufgabe, ohne Menüs zu durchsuchen.
Die Kette
Produktdaten → Preise → Kunden → Bestellungen → Storefront
↑ ↑ ↓
Märkte Segmente ERP
Lesen Sie sie von links nach rechts. Jedes Glied braucht das davor.
Produktdaten kommen zuerst. Ein Produkt ist ein Datensatz mit einer
Artikelnummer (4711-A), einer Familie, die festlegt, welche Felder es hat, und
Werten für diese Felder: thread_size, material, pressure_rating. Das liegt
im Katalog, dem PIM der Plattform. Ohne diese Daten funktioniert nichts weiter
hinten: Sie können keinen Artikel bepreisen, den es nicht gibt, und ein Käufer
findet keinen Artikel, dessen Merkmale als Fließtext gespeichert sind. Siehe
Wie PIM funktioniert.
Preise sind eine eigene Schicht, mit Absicht. Ein Preis ist kein Feld am Produkt. Er ist ein Eintrag in einer Preisliste, und ein Produkt kann in vielen Preislisten gleichzeitig stehen: in der Standardliste, in einer Liste für ein Kundensegment, in einer Liste für einen Großkunden mit Rahmenvertrag. Welchen Preis ein bestimmter Käufer sieht, ergibt sich aus der Auflösung dieser Schichten in fester Reihenfolge. Diese Trennung macht B2B-Preise überhaupt erst möglich; siehe Wie Preise funktionieren.
Kunden sind Organisationen, keine Personen. Der Datensatz, der zählt, ist das Unternehmen: Max Müller GmbH mit ihren Zahlungsbedingungen, ihrem Kreditlimit, ihren Lieferadressen. Personen, die Kontakte, gehören zu dieser Organisation und tragen Rollen, die sagen, was jede von ihnen darf. Eine Preisliste wird einer Organisation oder einem Segment von Organisationen zugewiesen; so funktioniert „unsere A-Kunden sehen andere Preise". Siehe Das B2B-Kundenmodell.
Bestellungen sind das Ergebnis. Eine Bestellung verweist auf Produkte, löst Preise gegen die Organisation des Käufers auf, wendet die Freigaberegeln dieser Organisation an und geht dann irgendwohin, meist in Ihr ERP. Bestellungen kommen nicht nur aus der Storefront: Sie kommen per Punchout, per Import und immer öfter von Ihrem eigenen Innendienst, der sie im Namen eines Kunden anlegt. Siehe Der Lebenszyklus einer Bestellung.
Die Storefront ist das letzte Glied, nicht das erste. Sie ist die Darstellung von allem, was davor liegt. Deshalb ist es ein Fehler, den Sie nur einmal machen, zuerst das Shopdesign zu bauen: Eine schöne Storefront über einem unstrukturierten Katalog hat keine Filter, die funktionieren, keine Preise, die sich auflösen, und nichts, was sich durchsuchen lässt.
Was den Preis tatsächlich entscheidet
„Welche Zahl sieht dieser Käufer" hat früher die Preisliste allein beantwortet. Das tut sie nicht mehr. Sechs Schichten lösen sich in fester Reihenfolge auf, und jede kann nur von der nächsten geschlagen werden: der Listenpreis für den Markt, ein Segmentpreis für eine Gruppe von Organisationen, ein Vertragspreis, der mit einem Konto verhandelt wurde, ein Staffelpreis ab der Mengenschwelle, ein Angebotspreis, der auf einem angenommenen Angebot eingefroren ist, solange das Angebot gilt, und zuletzt eine Aktion, die auf das gelegt wird, was gewonnen hat. Die letzten beiden haben die wenigsten Teams auf dem Schirm: Ein Angebot überschreibt einen Vertragspreis für die Positionen, die es abdeckt, und ob eine Aktion überhaupt auf einen Vertragspreis aufsetzen darf, entscheiden Sie, statt es zu erben. Siehe Aktionen und Vertragspreise, und nutzen Sie Preis prüfen, wann immer Sie die Antwort überrascht.
Wo Märkte und Segmente quer liegen
Zwei Dinge liegen quer zur Kette statt in ihr.
Märkte sind Geschäftskontexte: Land, Währung, Sprache, Steuerregeln. Ein Katalog, mehrere Märkte. Ein Preiseintrag gehört zu einem Markt, also ist „derselbe Artikel, 14,90 EUR in Deutschland und 16,20 CHF in der Schweiz" ein Produkt mit zwei Preiseinträgen und keine zwei Produkte.
Segmente sind Gruppen von Kundenorganisationen. Mit ihnen vermeiden Sie, etwas pro Kunde zu pflegen, das Sie pro Gruppe pflegen könnten. Vertragspreise für ein Konto sind legitim; eine handgepflegte Preisliste für jedes von 400 Konten ist ein Wartungsproblem mit Ansage.
Wo die Integrationen sitzen
Integrationen sind keine eigene Welt. Sie sind der Weg, auf dem die Kette gefüttert wird und auf dem ihr Ergebnis das Haus verlässt.
| Richtung | Typischer Inhalt | Meist von / nach |
|---|---|---|
| Rein | Artikel, Bestände, Listenpreise, Kundenstammdaten, Kreditlimits | ERP, PIM, Lieferantenkataloge |
| Rein | Angereicherte Beschreibungen, Bilder, Datenblätter | PIM, Lieferantendateien, Handarbeit |
| Raus | Bestellungen, Bestelländerungen | ERP |
| Raus | Der Katalog selbst, dargestellt im Beschaffungssystem eines Kunden | Punchout (OCI, cXML) |
| Raus | Katalogexporte für das ERP eines Kunden | BMEcat, CSV, Excel |
Aus dieser Tabelle folgen zwei Dinge. Erstens ist eine Integration nur so gut wie die Entscheidung dahinter: Für jedes Feld muss genau ein System zuständig sein, und das andere darf es nicht überschreiben. Zweitens ist Punchout kein kleines Feature. Es ist Ihr Katalog, der Ihr Haus verlässt und an einem Ort dargestellt wird, der weit weniger verzeiht als ein Browser. Siehe Integrationsmuster und Punchout erklärt.
Erraten, wo eine Aufgabe liegt
Das Commerce Studio hat vier Bereiche in der Seitenleiste, die fast genau auf die Kette passen: PIM, CRM, Order Management und Configuration. Daraus ergibt sich eine verlässliche Faustregel.
| Was Sie tun wollen | Welches Glied der Kette | Wo |
|---|---|---|
Ein Feld wie thread_size zu Ihren Produkten hinzufügen | Produktdaten | PIM › Datenmodell |
| Eine Beschreibung oder ein Bild korrigieren | Produktdaten | PIM › Produkte |
| Ändern, was ab 10 Stück kostet | Preise | Order Management › Preise |
| Einem Kunden seinen verhandelten Preis geben | Preise + Kunden | Preise, auf eine Organisation eingeschränkt |
| Eine neue Lieferadresse für einen Kunden anlegen | Kunden | CRM › Organisationen |
| Den Einkäufer eines Kunden Preise sehen, aber nicht bestellen lassen | Kunden | CRM › Rollen |
| Herausfinden, warum eine Bestellung hängt | Bestellungen | Order Management › Bestellungen |
| Eine zweite Währung hinzufügen | Märkte | Configuration › Märkte |
| Ändern, was der Checkout abfragt | Bestellungen | Order Management, dann die Storefront |
| Den Text einer Landingpage ändern | Storefront | Experience Studio › Seiten |
| Herausfinden, warum das ERP eine Bestellung nicht bekommen hat | Integrationen | Integration Studio › Ausführungen |
| Eine 12 + 1-Aktion für die Herbstkampagne fahren | Preise, obendrauf | Aktionen und Marketing |
| Einen Artikel über seine Herstellernummer findbar machen | Produktdaten, aus Sicht der Suche | Suche und Discovery |
| Einem Kunden ein bepreistes Angebot schicken, das er online annehmen kann | Bestellungen, bevor es eine gibt | Angebote und Verträge |
| Verhindern, dass ein Käufer über 2.500 EUR ohne Freigabe bestellt | Kunden | Beschaffung und Freigaben |
| Eine Schlauchleitung verkaufen, die erst nach der Spezifikation eine Artikelnummer hat | Produktdaten | Konfigurierbare Produkte |
| Einem Techniker helfen, die Dichtung an Position 14 einer Maschine zu finden | Produktdaten | Ersatzteile |
| Die eCl@ss-Codes ergänzen, die das Beschaffungssystem eines Kunden verlangt | Produktdaten | Lokalisierung und Klassifikation |
| Dieselben Verbrauchsmaterialien jeden Monat liefern, ohne dass jemand bestellt | Bestellungen | Wiederkehrende Bestellungen |
| Ihrem ERP-Partner Zugriff geben, ohne ihm einen Cockpit-Login zu geben | Außerhalb der Kette | APIs, Webhooks und Sandbox |
Die ersten elf Zeilen nennen einen Bildschirm im Cockpit. Die letzten neun nennen stattdessen einen Bereich des Handbuchs, weil diese Bereiche neuer sind und ihr Menüpunkt davon abhängt, welche Apps Sie installiert haben. Öffnen Sie den Bereich, und der Artikel nennt den Bildschirm.
Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie, zu welchem Glied der Kette die Sache gehört, und arbeiten Sie von dort. Das trifft weit öfter als die Suche im Menü.
Warum die Reihenfolge zählt
Die Kette ist auch die Reihenfolge, in der Sie bauen sollten. Preise brauchen Produkte. Kundenspezifische Preise brauchen Kunden. Die Storefront braucht alle drei. Jedes Projekt, das mit der Storefront beginnt, baut sie noch einmal, sobald das Datenmodell steht.
Weiter
- B2B-Commerce-Grundlagen: warum diese Kette nichts mit einem B2C-Shop gemein hat.
- Live gehen: dieselbe Reihenfolge, als Plan.