Produktdaten verstehen

Das Katalog-Datenmodell

Attribute, Familien, Varianten, Kategorien und Referenzentitäten: wofür jeder Baustein da ist und wie sie zusammenpassen.

Der Katalog besteht aus einer kleinen Zahl von Bausteinen. Wer weiß, wofür jeder da ist, versteht den Rest dieses Bereichs von selbst. Wer es überspringt, modelliert am Ende alles als Freitextattribut und bereut das etwa ab Artikel 2.000.

Nehmen Sie eine hydraulische Verschraubung, Artikel 4711-A. Sie hat eine Gewindegröße, einen Werkstoff und eine Druckstufe. Es gibt sie in drei Längen. Sie liegt in der Kategorie „Verschraubungen“, stammt von einem Hersteller, hat ein Foto und ein Datenblatt und braucht als Ersatzteil vier Stück einer bestimmten Dichtung. Jeder dieser Sätze ist ein anderer Baustein des Modells.

Die Bausteine

BausteinBeantwortet die FrageBeispiel
AttributWelche Felder kann ein Produkt haben?thread_size, material, pressure_rating
AttributgruppeWie sind die Felder für die Person angeordnet, die pflegt?„Technische Daten“, „Logistik“, „Marketing“
FamilieWelche Felder hat diese Art von Produkt, und welche sind Pflicht?„Hydraulikverschraubung“ verlangt thread_size; „Schutzhandschuh“ nicht
FamilienvarianteEntlang welcher Achsen variiert das Produkt?Handschuh variiert nach size und colour
KategorieWo stöbert ein Käufer, um es zu finden?Hydraulik › Verschraubungen › Schraubverbindungen
ReferenzentitätAuf welche gemeinsamen Datensätze zeigen Produkte?Hersteller, Werkstoff, Zertifikat
AssetWelche verwalteten Medien gehören dazu?Produktfoto, Datenblatt, CAD-Zeichnung
MaßeinheitenfamilieIn welchen Einheiten wird eine Zahl ausgedrückt?Länge: mm, cm, m, Zoll
VerknüpfungstypWie hängen Produkte miteinander zusammen?Zubehör, Ersatzteil, Nachfolger

Wie sie zusammenpassen

Attributgruppe ──enthält──▶ Attribut
                                │
                                │ zugeordnet (Pflicht? je Kanal?)
                                ▼
                            Familie ──hat──▶ Familienvariante ──definiert──▶ Achsen
                                │                                              │
                                │ zugeordnet                                   │
                                ▼                                              ▼
                            Produkt ◀──variiert entlang────────────── Variantenprodukte
                             │  │  │
            ┌────────────────┘  │  └────────────────┐
            ▼                   ▼                   ▼
        Kategorie         Referenzentität         Asset
     (wo es gefunden wird) (gemeinsame Datensätze) (verwaltete Medien)

In einem Satz: Ein Attribut ist ein Feld, eine Familie sagt, welche Felder eine Art von Produkt haben muss, ein Produkt ist eine Ausprägung einer Familie, und Kategorien, Referenzentitäten und Assets sind die Dinge, auf die ein Produkt zeigt.

Attribute: die Atome

Ein Attribut ist ein Feld. Es hat einen Typ (Text, Zahl, Ja/Nein, Datum, Einfachauswahl, Mehrfachauswahl, Preis, Maß, Asset, Referenz), und dieser Typ ist die folgenreichste Entscheidung, die Sie treffen.

Zwei Schalter wiegen schwerer als alle anderen und haben eine eigene Seite, Kanäle, Locales und Vollständigkeit:

  • Lokalisierbar: Der Wert unterscheidet sich je Sprache.
  • Kanalabhängig: Der Wert unterscheidet sich je Kanal (Ihr Shop gegenüber einem Punchout-Katalog).

Zwei weitere entscheiden, ob das Attribut beim Finden hilft:

  • Filterbar: Ein Käufer kann danach eingrenzen.
  • Im Raster nutzbar: Sie sehen es beim Pflegen in der Produktliste.
Der häufigste Modellierungsfehler ist, alles zum Freitextfeld zu machen. material: "Edelstahl V4A" als Text lässt sich nicht filtern, nicht einheitlich übersetzen und wird von vier Personen auf vier Arten geschrieben. Als Einfachauswahl mit definierten Optionen kann es alle drei Dinge. Text ist für Prosa. Fakten bekommen einen Typ.

Familien: der Vertrag

Eine Familie ist der Vertrag für eine Art von Produkt: diese Attribute gelten, diese sind Pflicht, und Pflicht für welche Kanäle.

Familien sind der Grund, warum ein Katalog mit 200.000 Artikeln beherrschbar bleibt. Sie entscheiden nicht je Produkt, welche Felder es braucht. Sie entscheiden je Familie, einmal, und jedes Produkt darin erbt die Regel. Eine Familie benennt außerdem, welches Attribut die Bezeichnung des Produkts liefert und welches sein Hauptbild.

Halten Sie Familien auf der Ebene, auf der sich der Attributsatz unterscheidet. „Hydraulikverschraubung“ und „Pneumatikverschraubung“ sind zwei Familien, wenn sie verschiedene technische Felder brauchen; sie sind eine Familie mit einem Attribut medium, wenn nicht. Zehn bis fünfzig Familien sind normal. Mehrere hundert heißt meist, dass jemand Kategorien als Familien modelliert hat.

Varianten: ein Artikel, viele Größen

Ein Schutzhandschuh in fünf Größen und drei Farben ist keine Sammlung von fünfzehn Produkten ohne Zusammenhang. Er ist ein Produktmodell, das entlang zweier Achsen variiert.

Eine Familienvariante definiert diese Achsen. Die gemeinsamen Informationen (Beschreibung, Hersteller, Zertifikat, Marketingtext) liegen einmal am Modell. Nur was sich je Kombination unterscheidet, liegt an der Variante, typischerweise SKU, Barcode und die größenabhängigen Maße.

Richtig gemacht, ist die Änderung der Beschreibung dieses Handschuhs eine Bearbeitung. Falsch gemacht, sind es fünfzehn, von denen Sie elf erledigen.

Kategorien: wo Käufer stöbern

Kategorien sind der Navigationsbaum. Ein Produkt kann in mehreren liegen. Zwei Dinge sollten Sie früh wissen:

  • Kategorien sind nicht dasselbe wie Familien. Eine Familie sagt, welche Felder ein Produkt hat; eine Kategorie sagt, wo ein Käufer es findet. „Schraubverbindungen“ ist eine Kategorie, „Hydraulikverschraubung“ eine Familie. Oben im Baum sehen sie sich oft ähnlich und gehen schnell auseinander.
  • Kategorien können regelbasiert sein: definiert über eine Bedingung auf Attributwerten statt über manuelle Zuordnung, sodass sie sich selbst füllen und neu füllen, wenn Produkte sich ändern. Praktisch für Dinge wie „Edelstahl“ oder „Sofort lieferbar“.

Referenzentitäten: gemeinsame Datensätze

Wenn viele Produkte auf dasselbe Ding zeigen (einen Hersteller, einen Werkstoff, eine Norm, ein Zertifikat), verdient dieses Ding einen Datensatz statt einer wiederholten Zeichenkette.

Eine Referenzentität ist dieser Datensatztyp, und sie kann eigene Attribute haben. Ein Hersteller bekommt ein Logo, eine Website, eine Beschreibung. Einmal geändert, und jedes Produkt, das darauf verweist, ist aktuell. Das ist auch die Grundlage für eine Herstellerseite, ohne Produkttexte auszuwerten.

Assets: verwaltete Medien

Ein Asset ist eine Mediendatei mit Struktur drumherum: die Asset-Familie, zu der es gehört, sein Code und eigene Attribute. Asset-Familien können eine Namenskonvention tragen, sodass 4711_A_front.jpg automatisch erkannt und abgelegt wird, statt von Hand angehängt zu werden.

Der praktische Unterschied zu „Bild ans Produkt hochladen“: Ein Datenblatt, das vierzig Artikel abdeckt, liegt einmal vor und wird vierzigmal referenziert. Wer es ersetzt, aktualisiert alle vierzig.

Maße

Eine Maßeinheitenfamilie definiert eine Standardeinheit und die Einheiten, die sich dorthin umrechnen lassen: Länge in mm, cm, m, Zoll. Wer „10“ und „mm“ als zwei lose Felder speichert, züchtet Umrechnungsfehler. Ein Maß zu speichern heißt, die Plattform weiß, was die Zahl bedeutet, kann sie umrechnen und je Markt anzeigen.

Verknüpfungen

Verknüpfungstypen beschreiben Beziehungen zwischen Produkten: Zubehör, Ersatzteil, Nachfolger, Cross-Selling. Sie können beidseitig sein (ist A eine Alternative zu B, ist B eine zu A) und mengenbezogen (diese Baugruppe braucht vier dieser Schrauben). Mengenbezogene Verknüpfungen sind das, was Ersatzteillisten und Montagesets möglich macht.

So funktioniert es in der Revenue Cloud

Jeder Baustein von oben ist ein Bildschirm unter PIM im Commerce Studio. Die Objekte des Tagesgeschäfts haben eigene Einträge, die Struktur liegt unter Datenmodell.

BausteinCockpit-BildschirmIdentifiziert über
ProduktPIM › ProdukteSKU, eindeutig je Mandant
KategoriePIM › KategorienCode
Referenzentität und ihre DatensätzePIM › ReferenzenCode der Entität, Code des Datensatzes
AssetPIM › AssetsCode, eindeutig innerhalb seiner Asset-Familie
AttributPIM › Datenmodell › AttributeCode
AttributgruppePIM › Datenmodell › AttributgruppenCode
FamiliePIM › Datenmodell › FamilienCode
FamilienvariantePIM › Datenmodell › FamilienvariantenCode
MaßeinheitenfamiliePIM › Datenmodell › MaßeCode
VerknüpfungstypPIM › Datenmodell › VerknüpfungstypenCode
Asset-FamiliePIM › Datenmodell › Asset-FamilienCode

Drei Details, die die Tabellen oben nicht zeigen:

  • Ein Produkt hat eine Art: Einfach, Modell oder Variante. Ein Modell trägt die gemeinsamen Werte; eine Variante trägt ihre eigenen und zeigt unter Übergeordnet (Modell) auf ihr Modell. Höchstens zwei Ebenen.
  • Die Werte eines Produkts liegen je Attribut vor, und die Schalter Lokalisierbar und Kanalabhängig am Attribut entscheiden, wie viele Werte es hält. Dieselbe Attribut-Engine bedient Produkte, Datensätze von Referenzentitäten, Assets und Kategorien; der Entitätstyp am Attribut sagt, welche.
  • Codes sind dauerhaft. Bezeichnungen können Sie jederzeit in jeder Sprache umbenennen; über den Code sprechen Importe, Exporte und Integrationen das Objekt an.

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