So funktionieren Storefronts
Für den Käufer sieht ein Storefront wie ein Ding aus. Für Sie sind es vier. Diese vier auseinanderzuhalten sorgt dafür, dass die Frage „Wo ändere ich das?“ nicht jede Woche eine andere Antwort bekommt.
Vier Schichten, eine Website
| Schicht | Was es ist | Wer es ändert | Wie oft |
|---|---|---|---|
| Site | Die deployte Anwendung: der Code, der Build, der laufende Server | Ein Entwickler, oder ein Push auf einen Git-Branch | Je Release |
| Theme | Das Designsystem und die Vorlagen, mit denen die Site rendert: Farben, Schrift, Produktkachel, Listenseite, Header, Footer | Sie, über die Einstellungen des Themes | Selten, dann nie mehr |
| Seite | Ein adressierbares Stück Inhalt: /ueber-uns, eine Kampagnen-Landingpage, eine Serviceseite | Sie, im visuellen Editor | Wöchentlich |
| Baustein | Ein Element innerhalb einer Seite: ein Hero, ein Textabschnitt, ein Produkt-Teaser, eine Tabelle | Sie, im visuellen Editor | Täglich |
Daraus folgt die Regel: Je weiter unten in der Tabelle, desto freier dürfen Sie ändern. Ein Baustein ist Wegwerfware. Ein Theme ist eine Entscheidung, mit der Sie leben. Eine Site ist ein Deployment.
Ein Storefront ist außerdem kein Ort, an dem Produktdaten liegen. Keine Beschreibung, kein Preis, kein Bestand und keine Kategorie sitzt im Storefront. Er liest all das zum Zeitpunkt der Anfrage aus dem Katalog, den Preislisten und dem Kundendatensatz. Das ist der wichtigste Punkt auf dieser Seite, denn er bedeutet: Auf „Das Produkt sieht im Shop falsch aus“ lautet die Antwort fast nie „den Shop reparieren“.
Wo der Inhalt aufhört und der Katalog anfängt
Ziehen Sie die Grenze so:
- Redaktioneller Inhalt liegt im Storefront, unter Seiten: Servicebeschreibungen, Kampagnentexte, der Hero auf der Startseite, die Kontaktseite.
- Produktinhalt liegt im Katalog: Namen, Attribute, Bilder, Datenblätter, Kategorien. Der Storefront stellt ihn nur dar.
- Kaufmännischer Inhalt liegt in den Preisen: Preise, Staffelpreise, Vertragspreise, Konditionen. Er wird je Käufer und je Anfrage aufgelöst.
Wenn jemand Sie bittet, „das neue Datenblatt auf die Shopseite zu stellen“, bittet er um eine Katalogänderung. Wer es als Seitenänderung erledigt (ein PDF in einen Textbaustein gezogen), hat bald zwei Versionen desselben Dokuments im Shop und keine Ahnung, welche aktuell ist.
Wie Katalog und Preise auf die Seite kommen
Drei Mechanismen entscheiden, was ein bestimmter Besucher sieht.
Kanäle entscheiden, welche Produkte es für diesen Storefront gibt. Ein Kanal trägt eine Einstellung dafür, was mit Produkten geschieht, die niemand ausdrücklich zugeordnet hat. Sichtbar (offen) zeigt den ganzen Katalog. Ausgeblendet bis zur Zuordnung (geschlossen) zeigt nur, was zugeordnet wurde: das verhandelte Sortiment, das ein Punchout-Vertrag beschreibt. Offen passt zum öffentlichen Shop. Geschlossen passt zum Kundenportal.
Märkte entscheiden, in welcher Sprache, Währung und Steuerlogik. Ein Markt trägt seine Locales, seine Währungen und seine Steuerklassen. Siehe Sprachen und Märkte.
Preislisten entscheiden, welche Zahl dasteht, und ob überhaupt eine dasteht. Eine Preisliste lässt sich auf eine einzelne Organisation, einen Kanal, einen Gültigkeitszeitraum oder auf angemeldete Käufer einschränken.
Jeder der drei kann ein Produkt für sich allein ausblenden. Deshalb hat ein Produkt, das nicht im Shop erscheint, mehr als eine plausible Ursache und verdient eine Checkliste statt einer Vermutung.
Ein Tenant, mehrere Storefronts
Sie bekommen nicht einen Shop. Sie bekommen so viele, wie das Geschäft unterschiedliche Fronten hat, und die üblichen Gründe für einen zweiten sind:
- Eine zweite Marke. Zwei Firmen unter einem Dach, zwei Logos, ein Lager.
- Ein zweites Land.
.deund.chmit anderer Steuerbehandlung, anderer Währung und anderem Sortiment. - Ein geschlossenes Kundenportal neben dem öffentlichen Shop, mit Preisen erst nach der Anmeldung und einem viel kleineren Katalog.
- Ein Ersatzteilshop, dessen einzige Aufgabe es ist, ein Teil schnell zu finden, neben einem normalen Produktshop.
Was sie teilen und was nicht:
| Gemeinsam über alle Storefronts | Getrennt je Storefront |
|---|---|
| Produkte, Attribute, Familien, Kategorien | Welche Produkte sichtbar sind (Kanal) |
| Assets und Datenblätter | Theme, Logo, Farben, Seiteninhalte |
| Kundenkonten und Kontakte | Domain und URL-Struktur |
| Bestell- und Angebotsabwicklung | Sprache, Währung, Steuer (Markt) |
| Benutzer und Rollen im Cockpit | Preislisten, die greifen |
Warum ein B2B-Storefront ein Arbeitswerkzeug ist
Hier richten B2C-Intuitionen den größten Schaden an. Der Käufer in Ihrem Shop sitzt bei der Arbeit. Er stöbert nicht, er entdeckt nichts, und er lässt sich nicht überzeugen. Er kennt die Artikelnummer, er hat eine Bedarfsanforderung abzuschließen, und der Shop konkurriert mit der schnellsten Alternative, die er hat: dem Anruf bei Ihrem Innendienst, der den Artikel in unter einer Minute findet.
Vier Konsequenzen:
Preise sind oft nicht öffentlich. Im B2B ist der Listenpreis selten der Preis, und der Einkäufer Ihres Wettbewerbers hat kein Anrecht darauf zu sehen, was Ihr Kunde zahlt. Eine Preisliste lässt sich mit Nur angemeldete Käufer markieren, und anonyme Anfragen überspringen sie vollständig. Ein anonymer Besucher sieht also unter Umständen einen Katalog ganz ohne Preise, und zwar mit Absicht. Siehe Was Käufer vor der Anmeldung sehen.
Der Katalog gilt je Kunde. Zwei angemeldete Käufer auf derselben URL können verschiedene Produkte und verschiedene Preise sehen. Stellen Sie jede Storefront-Frage als „für wen?“, sonst ist die Antwort falsch.
Nachbestellen schlägt Entdecken. Die meisten B2B-Bestellungen sind Wiederholungen. Bestelllisten, frühere Bestellungen und ein Feld, das Artikelnummern direkt in den Warenkorb nimmt, bringen mehr Umsatz als jedes Kampagnenbanner. Gestalten Sie die Startseite eines angemeldeten Käufers entsprechend: Sie ist ein Dashboard, kein Schaufenster.
Die Suche ist das Produkt. Ein Käufer, der Artikel 4711-A in zwei
Versuchen nicht findet, greift zum Telefon, und Sie haben einen Shop bezahlt,
der niemandem Arbeit erspart hat. Siehe
Suche und Produkt-Discovery.
So funktioniert es in der Revenue Cloud
Das Experience Studio hält die gesamte Storefront-Schicht:
- Sites: die deployten Storefront-Anwendungen, ihre Builds und ihre Deployment-Historie.
- Marketplace und Installierte Themes: Themes, die Sie für den Tenant installieren und auf einer Domain aktivieren.
- Domains: jeder Hostname, was er ausliefert, sein DNS- und TLS-Zustand und sein Zugriffsschutz.
- Seiten und Mediathek: die redaktionellen Inhalte und die Asset-Bibliothek.
- Formulare und Nachrichten: Anfragen rein, Transaktionsmails raus.
Kanäle, Märkte und Steuerklassen sind Commerce-Einstellungen, die sich mehrere Storefronts teilen. Deshalb liegen sie unter Commerce Studio › Configuration und nicht im Experience Studio.
Weiter
- Was Käufer vor der Anmeldung sehen: die B2B-spezifische Hälfte des Modells.
- Einen Storefront anlegen: von nichts zu etwas, das Sie in der Vorschau sehen können.
Storefronts verstehen
Woraus ein Storefront besteht, und die B2B-Besonderheiten: verborgene Preise, kundenspezifische Sortimente und ein Shop, der Arbeitswerkzeug ist statt Einkaufserlebnis.
Angemeldet oder nicht
Verborgene Preise, kundenspezifische Sortimente und Preislisten nur für angemeldete Käufer: der Teil eines B2B-Storefronts, für den es im B2C kein Gegenstück gibt.