So funktionieren Aktionen
Eine Aktion ist eine Regel: Wenn dies auf den Warenkorb zutrifft, tue das mit dem Preis. Dieser Artikel behandelt beide Hälften. Und die wichtigere Frage dahinter: wo die Regel läuft. Eine Aktion ersetzt den Preis des Einkäufers nie. Sie läuft danach.
Die Preisfindung beantwortet „wie viel". Aktionen beantworten „und dann?"
Alles in So funktioniert die Preisfindung löst eine Zahl je Position auf: den Stückpreis für diesen Einkäufer, in dieser Währung, bei dieser Menge, heute. Währung, dann Gültigkeit, dann Markt, dann Anmeldung, dann Spezifität (Kontakt vor Organisation vor Kanal vor offen vor Standard), dann Priorität, dann die Mengenstufe.
Diese Kette endet mit einer Antwort. Müller Industriebedarf bekommt 16,20 €
für 4711-A, weil eine an ihre Organisation gebundene Preisliste das sagt.
Dort setzt eine Aktion an. Sie nimmt den aufgelösten Preis als Eingabe und wendet einen Effekt darauf an. Daraus folgen zwei Dinge, und genau diese beiden werden am häufigsten falsch verstanden:
- Eine Aktion ist keine Preisliste. Sie kann nicht „spezifischer" sein als ein Vertragspreis, weil sie mit keinem konkurriert. Sie läuft danach.
- Eine Aktion auf einem Vertragspreis rabattiert eine bereits rabattierte Zahl. Das ist das Margenleck, und es hat seinen eigenen Artikel: Aktionen und Vertragspreise.
Die Regel: Bedingungen × Effekte
Bedingungen
Eine Bedingung ist ein Test gegen den Warenkorb und den Einkäufer. Alle Bedingungen einer Aktion müssen erfüllt sein — oder eine von ihnen, wenn die Aktion so eingestellt ist.
| Familie | Beispiele | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Warenkorb | Nettowert ≥ 2.500 € · Gesamtmenge ≥ 500 · mindestens 4 verschiedene Artikel | Mengen- und Warenkorbanreize |
| Kunde | Organisation · Segment · Kontaktrolle · die Preisliste, auf der der Einkäufer aufgelöst wird | Zielgruppen, und Vertragskunden ausschließen |
| Produkt | SKU · Kategorie · Familie · Marke · ein Attributwert wie thread_size = G1/2 | Sortiments- und Abverkaufsaktionen |
| Zeit | Gültigkeitsfenster · Wochentag · Tageszeit | Kampagnenzeiträume |
| Geltungsbereich | Markt · Kanal · Storefront | Eine Aktion aus dem Punchout heraushalten |
| Code | Ein Coupon-Code liegt im Warenkorb | Außendienst-Coupons, gezielte Mailings |
Bedingungen auf der Kundenseite prüfen dieselben Objekte wie die Preisfindung: die Organisation, den Kontakt und das Segment. Diese Objekte existieren heute. Siehe Segmente; eine Aktion für „Kunden, die seit sechs Monaten nichts aus dem Schraubensortiment bestellt haben" ist ein Segment plus eine Bedingung, keine Aktions-Funktion.
Effekte
Ein Effekt ist das, was passiert, wenn die Bedingungen erfüllt sind.
| Effekt | Tut | Vorsicht bei |
|---|---|---|
| Prozent auf Position | −5 % auf passende Positionen | Verstärkt sich auf Vertragspreisen unangenehm |
| Fester Betrag auf Position | −2,00 € je Stück | Wird auf einem billigen Artikel zu einem großen Prozentsatz |
| Fester Betrag auf Warenkorb | −100 € auf die Bestellung | Muss für Rechnung und Retouren auf die Positionen verteilt werden |
| Festpreis | Dieser Artikel kostet in dieser Kampagne 4,80 € | Verhält sich wie eine Preisliste und ist meist das falsche Werkzeug. Nehmen Sie einen befristeten Preis — den gibt es heute schon |
| Gratisware | 12 + 1 | Die Gratiseinheit ist auf der Rechnung nicht gratis. Siehe Gratisware und Zugaben |
| Gestaffelter Effekt | −3 % ab 100, −5 % ab 250, −8 % ab 500 | Überschneidet sich mit Staffelpreisen; legen Sie fest, wer die Mengenlogik besitzt |
| Versandkostenfrei | Setzt die Versandkostenberechnung oberhalb einer Schwelle aus | Gegen angebotene Fracht prüfen. Siehe Versand |
Reihenfolge der Auswertung
Die geplante Engine wertet jeden Warenkorb in dieser Reihenfolge aus:
- Preise auflösen. Ein Stückpreis je Position, durch die Preisfindungskette. Hier passiert nichts Aktionshaftes.
- Infrage kommende Aktionen einsammeln. Aktiv, innerhalb des Gültigkeitsfensters, passend zu Markt, Kanal und Einkäufer — und wo ein Code verlangt ist, liegt der Code vor.
- Nach Priorität sortieren. Höhere Priorität zuerst. Darüber steuern Sie, welche Aktion auf den unrabattierten Preis wirken darf.
- Der Reihe nach auswerten. Je Aktion: Bedingungen prüfen, Effekt anwenden, den Rabatt auf den betroffenen Positionen verzeichnen.
- Anhalten, wo es verlangt ist. Eine exklusive Aktion, oder eine mit dem Merker Verarbeitung stoppen, beendet die Schleife.
- Die Untergrenze anwenden. Jede Position, deren Gesamtrabatt die konfigurierte Untergrenze reißt, wird gekappt, und das Ereignis wird protokolliert.
- Summieren. Positionen, Rabatte, Fracht, Steuer.
Schritt 6 ist die Leitplanke. Er steht zwischen einer schlecht eingegrenzten Regel und einem Verkauf unter Einstandspreis um drei Uhr nachts.
Kombinieren, Exklusivität und Priorität
Drei Einstellungen je Aktion, und sie greifen ineinander:
- Priorität, eine ganze Zahl. Höher läuft zuerst. Gleiche Prioritäten werden nach Code geordnet, damit das Ergebnis wenigstens reproduzierbar ist.
- Exklusiv: Greift diese Aktion, darf keine andere greifen. Nehmen Sie das für alles Große.
- Kombinierbar mit: eine explizite Liste anderer Aktionen, mit denen diese zusammen laufen darf. Beginnen Sie mit einer leeren Liste und ergänzen Sie die Kombinationen, die Sie getestet haben.
Und eine Einstellung, die die Arithmetik entscheidet:
- Rabattbasis: Wirkt ein Prozent-Effekt auf den aufgelösten Preis (additiv) oder auf den Preis nach vorherigen Aktionen (multiplikativ)?
Additiv ist der sicherere Standard und der leichter erklärbare: Zwei 5-%-Aktionen ziehen 10 % ab, multiplikativ wären es 9,75 %. Multiplikativ wirkt großzügig und ist schwer zu durchdenken, sobald drei Regeln aufeinandertreffen. Wie auch immer Sie sich entscheiden: Entscheiden Sie einmal, tenant-weit, und lassen Sie einzelne Aktionen die Wahl nicht überstimmen.
Warum es im B2B um Menge und Sortiment geht
Die B2C-Aktionsmechanik ist Dringlichkeit: ein Countdown, eine begrenzte Stückzahl, ein Flash Sale. Sie funktioniert, weil der Käufer sein eigenes Geld ausgibt und jetzt entscheiden kann.
Ihr Einkäufer tut das nicht. Er bestellt gegen einen Bedarf, oft gegen eine Freigabe, manchmal gegen ein Budget, das im Dezember zurückgesetzt wird. Dringlichkeit bewegt ihn nicht, und sie beschädigt Ihre Glaubwürdigkeit bei einem Profi, der die Masche erkennt. Ihn bewegt Arithmetik, die er intern vertreten kann: die volle Palette bestellen und der Stückpreis sinkt, die Maschine mit dem Verbrauchsmaterial-Set nehmen und die Summe ist niedriger, das Nachbarsortiment zum Erstbestellpreis ausprobieren.
Um diesen Unterschied dreht sich der ganze Bereich, mit Beispielen in Aktionsarten, die im B2B funktionieren.
So wird es in der Revenue Cloud funktionieren
Die Promotions-App ist geplant und noch nicht auf Ihrem Tenant. Die geplante Übersicht listet jede Aktion mit Code, Effekt, Priorität, Exklusiv-Merker, Gültigkeitsfenster, Kanälen und Einlösungszähler — dieselben Felder, die die Engine liest; die Übersicht ist damit Ihr Regelwerk. Das Detail einer Aktion soll den Bedingungs-Builder, den Effekt, den Geltungsbereich und das Einlösungsprotokoll tragen, mit Coupons als eigenen Objekten an der Aktion.
Heute nutzbar ist das Substrat, gegen das die Engine auflösen wird.
Preislisten unter
Order Management › Preise › Preislisten tragen eine Währung, eine
Priorität, eine Bindung an Kontakt, Organisation oder Kanal und ein Fenster
Gültig ab / Gültig bis; ein Kampagnenpreis für alle, für sechs Wochen,
ist ein befristeter Preis und
braucht keine Aktions-Engine. Segmente
unter CRM › Segmente definieren die Zielgruppen, die eine Bedingung prüfen
wird. Kanäle unter
Configuration › Kanäle definieren, wo eine Aktion laufen wird und wo nicht,
und den Kanaltyp punchout gibt es dort bereits.
Weiter
- Aktionen und Vertragspreise — das Margenleck, im Detail.
- Eine Aktion anlegen — eine bauen.